Stuttgart/Pforzheim – An der spitzen Ecke von Lamey- und Schwarzwaldstraße im Pforzheimer Süden steht die Villa der früheren Schmuckfabrik Bek. Dem Wohngebäude vorgelagert ist ein ummauerter Garten, in dem die Außentreppe zum Hauseingang nach historischer Vorlage erneuert werden soll. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die Eigentümergemeinschaft dabei mit einem Zuschuss von 21.000 Euro.
„Als die Schmuckfabrik 1897 öffnet, war Ernst Gideon Bek ein erfolgreicher Newcomer“, erinnert Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Entsprechend modern sollten das Fabrikgebäude und das angebaute Wohnhaus im badischen Jugendstil wirken.“ Für seine Villa wählte Beks Architekt, der Pforzheimer Heinrich Deichsel, gestalterische Elemente aus, die an eine Burg erinnern: einen Rundturm zur Straßenecke hin, einen Vorbau mit Natursteinfassade und Dachterrasse sowie einer Einfriedungsmauer samt Rundbogentor, ebenfalls aus Naturstein.
Hinter diesem Tor beginnt – von der Straße aus nicht einsehbar – der sanierungsbedürftige Treppenaufgang als Haupteingang zur Villa. Ursprünglich in rotem Sandstein gestaltet, wurden die Stufen später mit Granitplatten belegt – allerdings so unsachgemäß, dass eindringendes Wasser den Baukörper der Treppe und die Seitenmauern aus Kalkstein schwer beschädigt hat. Bei der anstehenden Sanierung soll die Treppe in ihrem ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: privat