Die Dampflokomotive 99 633 der Öchsle-Bahn, Ochsenhausen

Artikel eingestellt am 1. März 2013

„Denkmal des Monats“ März 2013:
Die Dampflokomotive 99 633 der Öchsle-Bahn, Ochsenhausen, Landkreis Biberach

Die Lokomotive 99 633 der Öchsle-Bahn wurde 1900 von der Maschinenfabrik Esslingen für die Schmalspurbahn (Biberach)-Warthausen-Ochsenhausen der königlich Württembergischen Staatsbahnen gebaut. Im Königreich Württemberg waren seit 1891 zur Erschließung der Mittelgebirge mit Eisenbahnen zahlreiche Schmalspurbahnen entstanden. Im Unterschied zu den meisten anderen Ländern trat hier auch die Staatsbahn als Betreiber von Schmalspurbahnen auf. Ebenso wie in Sachsen wählte die württembergische Staatsbahn die Spurweite von 750mm. An der sog. „Öchslebahn“ kann das 750 mm-Schmalspursystem durch den Fahrbetrieb noch am besten nachvollzogen werden.

Die Lok mit der Fabriknummer 3072 (DB-Nummer 99 633 seit 1968) wurde Ende Januar 1900 nach Ochsenhausen ausgeliefert und lief als Lok 43 auf der Strecke bis 1929. Nach einigen Jahren des Einsatzes auf der Federseebahn verkehrte sie ab 1964 bis zu ihrer Außerdienststellung 1969 wieder zeitweise auf der „Öchslebahn“.
1969 kam die Lok an die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG), die sie an mehreren Stellen aufarbeitete. Zwischen 1982 und 1985 fuhr sie auf der Jagsttalbahn, zwischen 1985 und 1988 leihweise auf der Öchslebahn. 2002 kam sie nach Ochsenhausen, der Öchsle-Schmalspurverein e.V. erwarb sie 2007.

Die Lok ist seit 1988 nicht mehr fahrtüchtig. Um sie wieder in Betrieb zu nehmen – was aus denkmalpflegerischer Sicht im Sinne der Nachvollziehbarkeit anstrebenswert ist – ist eine umfangreiche Reparatur, v.a. des Kessels notwendig. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt dieses Vorhaben mit einem maßgeblichen Betrag. Im Frühjahr 2014 soll die Lok dann wieder fahrbereit sein. Die Erklärung zum „Denkmal des Monats“ März 2013 soll die Anerkennung für das beachtliche Engagement des Vereins zur Erhaltung der Dampflokomotive zum Ausdruck bringen. (has/AW)