Stuttgart/Ettlingen – Das Modehaus Streit steht im Zentrum von Ettlingen an prominenter Stelle. Zum Schlossplatz hin zeigt die Fassade nach einer umfassenden Restaurierung jetzt eine besondere Attraktion: Das freigelegte Fachwerk im ersten Obergeschoss präsentiert die Handwerkskunst der Zimmerleute aus dem 17. Jahrhundert nun weithin sichtbar. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt das Haus Streit zum Denkmal des Monats Januar.
Das stattliche Eckhaus in Sichtweite des Schlosses entstand in den Jahren 1691/92, als das zerstörte Zentrum von Ettlingen nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebaut wurde. Seit 1849 ist es als Handelshaus in Familienbesitz. Zunächst wurden hier Lebensmittel und Wein verkauft, später kamen Modewaren dazu. Mittlerweile besteht das Sortiment komplett aus Bekleidung und Heimtextilien.
Bei einer umfassenden Restaurierung des Gebäudes im vergangenen Jahr sind nicht nur die Verkaufsräume im ersten Obergeschoss denkmalgerecht erneuert worden, auch die Fassade wurde überarbeitet. Dabei ist an der Stirnseite das historische Fachwerk freigelegt und instandgesetzt worden. Es erstrahlt jetzt in dunklem Braun, die Gefache in hellem Weiß. Gleichzeitig sind an dieser Stelle die Fenster nach historischem Vorbild wiederhergestellt worden.
Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die Arbeiten, die bereits vergangenes Jahr abgeschlossen wurden, mit einem Zuschuss von 14.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützt.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 29 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts im vergangenen Jahr unterstützt,.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit rund 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: Aleksandra Schemmick, Walzbachtal