Stuttgart – Er ist nicht nur der erste seiner Art, sondern auch ein Publikumsmagnet: Seit der Stuttgarter Fernsehturm 1956 eröffnet wurde, haben unzählige Besucher die Aussicht ins Ländle genossen. 1986 wurde er als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung eingestuft. Nach einer Betonsanierung am Turmschaft zeigt sich das Bauwerk im Süden der Landeshauptstadt nun pünktlich zu seinem 70. Geburtstag frisch herausgeputzt. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt den SWR Fernsehturm Stuttgart zum Denkmal des Monats September.

„Mit seinen fast 217 Metern Höhe besitzt der Stuttgarter Fernsehturm auch im übertragenen Sinne größte Strahlkraft für das ganze Land“, betont Roland Bürkle, Vorstandsvorsitzender der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Er symbolisiert Ingenieurskunst, Mut und Weitsicht in einem. Auch deshalb stand für uns eine Förderung außer Frage.“

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die Sanierungsarbeiten vergangenes Jahr mit einem Zuschuss von 500.000 Euro unterstützt – einem Drittel der Gesamtkosten. „Eine Förderung in dieser Größenordnung kommt selten vor“, ergänzt Roland Bürkle. „In unserem eigenen Jubiläumsjahr, in dem die Denkmalstiftung ihr 40-jähriges Bestehen feierte, stellte dieser das Leuchtturmprojekt unserer Förderungen dar.“

Am Stahlbeton des Turmschafts mit seinen insgesamt 161 Metern Länge waren bei den regelmäßigen Untersuchungen kleinere Risse festgestellt worden. Umwelteinflüsse und die ständige Beanspruchung durch Schwingungen hatten ihren Tribut gefordert. Insgesamt zeigten sich die Prüfingenieure mit dem Zustand des zuvor bereits mehrfach sanierten Betons aber sehr zufrieden.

Im Herbst letzten Jahres begannen die Arbeiten zunächst im Inneren des Schafts, in dem zwei Aufzüge und eine Treppe hinauf in den Turmkorb führen. Ab Meter 135 sind darin auf vier Etagen Technik und Gastronomie untergebracht, darüber befindet sich die Aussichtsplattform. Bei den Außenarbeiten wurden Industriekletterer auf eigens konstruierten Arbeitsbühnen am Turmschaft hinaufgezogen. Dabei verschlossenen sie nicht nur die Risse, sondern brachten auch – in insgesamt sieben Arbeitsgängen – eine neue Beschichtung auf, die vor Feuchtigkeit und Kohlendioxid schützt.

Der Stuttgarter Fernsehturm, der dem SWR gehört und dessen Pläne der Stuttgarter Bauingenieur Fritz Leonhardt entwarf, wird dieses Jahr am Tag des offenen Denkmals teilnehmen. Am Sonntag, 13. September, kann das unterirdische Fundament des Turms ausnahmsweise kostenlos besichtigt werden.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: ©SWR Media Services / Achim Mende