Jagdschlösschen „Sorgenfrei“ in Mauer ist Denkmal des Monats Mai 2021

Artikel eingestellt am 28. April 2021

Stuttgart/Mauer – Als schmucker Rückzugsort für Jagdgesellschaften wurde das Schlösschen „Sorgenfrei“ in erster Linie errichtet. 1788 ließ es der Freiherr Carl von Zyllnhardt in idyllischer Lage am Ortsrand von Mauer im Rhein-Neckar-Kreis erbauen. Nach mehreren Restaurierungen erstrahlt es nun in neuem Glanz. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt das Schlösschen „Sorgenfrei“ jetzt zum Denkmal des Monats Mai.

Wer den Weg nicht kennt, kann die unbefestigte Zufahrt zu diesem Bauwerk am Hang zum Wald leicht übersehen. Dabei war die Lage am Rande eines Parkareals ganz bewusst gewählt. Im prunkvollen Louis-Seize-Stil erbaut, kommt das zweigeschossige Schlösschen an dieser Stelle noch immer besonders gut zur Geltung, auch wenn ein Großteil des Geländes inzwischen bewaldet ist.

Als Pavillonbau mit vorspringendem polygonalen Mittelteil errichtet, enthält das spätbarocke Gebäude insgesamt sechs Zimmer. Von außen fällt der dreiseitig umlaufende Balkon mit seinen dekorativen Brüstungsgittern besonders ins Auge. Innen ist der größere Hauptraum im Obergeschoss mit seiner ungewöhnlichen Dachkonstruktion bemerkenswert, die eine Kuppel über dem Mittelzimmer bildet – ein Meisterwerk der Zimmermannskunst. Große Teile der Raumausstattung sind im Original erhalten, darunter künstlerisch und handwerklich hochwertige hölzerne Wandverkleidungen und Stuckornamente.

In mehreren Schritten haben die privaten Eigentümer das Kulturdenkmal in den letzten Jahren renoviert. Die Dachkonstruktion wurde überholt und ertüchtigt, die Schieferdeckung erneuert, Sandsteintreppe und die spätbarocken Fenster, darunter auch seltene Schiebefenster, sind instandgesetzt worden. Weitere Sanierungsschritte wären denkbar – wirklich „sorgenfrei“ lebt man mit einem fast 250 Jahre alten Denkmal tatsächlich nur selten.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 10 Projekte unterstützt die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr, zahlreiche weitere werden folgen.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie annähernd 1.600 Vorhaben mit rund 63 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Denkmalstiftung BW