Stuttgart/Schluchsee-Blasiwald – Im ältesten Schwarzwaldhof von Schluchsee-Blasiwald in der Sommerseite aus dem Jahr 1676 leben inzwischen zwei Familien statt nur einer – dank einer umfassenden Instandsetzung, bei der aus dem Ökonomieteil eine weitere Wohnung wurde. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt den Mehrgenerationenhof zum Denkmal der Monate Juli und August.
Dass es um die Standsicherheit der Dachkonstruktion mit ihren typischen Hochfirstsäulen nicht mehr zum Besten bestellt war, stellte sich dabei schnell heraus. Die frühere Viehhaltung und Nagekäfer hatten das Holz stark beschädigt. So galt es zunächst, die statische Stabilität wiederherzustellen – auch im Hinblick auf die Dämmung, die das große Schopfwalmdach mittlerweile erhalten hat.
Während die Eltern der Eigentümerfamilie nach wie vor im bisherigen Wohnteil des Schwarzwaldhofs leben, ist aus Stall und Tenne nun neuer Wohnraum geworden, der auch einer weiteren Generation ausreichend Platz bietet. Für den Umbau wurde ein denkmalverträgliches Konzept erarbeitet, das die historische Konstruktion und Bausubstanz erhält und gleichzeitig modernes Wohnen ermöglicht. So kann auch die über 100-jährige Familientradition auf diesem Hof fortgesetzt werden, wenngleich nun ohne Landwirtschaftsbetrieb.
Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die Sanierungsarbeiten der privaten Eigentümer mit einem Zuschuss von 80.000 Euro unterstützt.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
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