Privater Andachtsort mit öffentlichem Zugang: Lourdeskapelle in Dornstadt ist Denkmal des Monats Dezember 2021

Artikel eingestellt am 1. Dezember 2021

Stuttgart/Dornstadt – Um das Jahr 1889 herum erbauten Johann und Theresia Hafner auf ihrem Hofgelände in Dornstadt eine eigene Kapelle. Innen statteten sie sie mit einer Darstellung der Marienerscheinung von Lourdes aus, die aus dem Jahr 1858 überliefert ist. Mehrfach ist die Kapelle seither renoviert und restauriert worden, zuletzt diesen Sommer. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt die Lourdeskapelle von Dornstadt nun zum Denkmal des Monats Dezember.

Direkt hinter der katholischen Kirche St. Ulrich steht die Kapelle auf dem Grund des heutigen Bauernhofs Mayer, über ein Tor ist sie öffentlich zugänglich. Die derzeitige Eigentümerin, Urenkelin der einstigen Erbauer des kleinen Kulturdenkmals, hat das Bauwerk gerade einer umfassenden Außensanierung unterzogen. Die Denkmalstiftung förderte die Arbeiten mit einem Zuschuss.

Am Sandsteinportal des Eingangs und am Putz galt es, Ablösungen und Fehlstellen materialgerecht zu ergänzen. Anschließend erhielt die Fassade einen neuen Anstrich. Im Inneren dagegen blieb die Kapelle unangetastet: Die fast raumhohe, aus Bruchstein gemauerte Darstellung der Lourdes-Grotte mit Maria und dem Mädchen Bernadette ist gut in Schuss. Bei einer früheren Restaurierung wurden Wandmalereien von Engeln mit Spruchbändern freigelegt, die vermutlich aus der Bauzeit stammen. Ein umlaufender Lilienfries ist dagegen jüngeren Datums.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 27 Projekte unterstützt die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr, zahlreiche weitere werden folgen.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1.600 Vorhaben mit annähernd 64 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: privat