Ruine soll Instand gesetzt werden: Denkmalstiftung fördert Gutachten zur Restaurierung des Wasserschlosses Menzingen

Artikel eingestellt am 23. Juni 2022

Stuttgart/Kraichtal-Menzingen – An die 500 Jahre alt sind die Überreste des Wasserschlosses Menzingen, einer ehemals viertürmigen Burg am Rande des gleichnamigen Teilorts von Kraichtal. Im 16. Jahrhundert erbaut, wurde es gegen Ende des Zweiten Weltkriegs durch Bomben schwer beschädigt und brannte aus. Mehrfach haben die Eigentümer bereits Sicherungen unternommen. Jetzt unterstützt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die Erstellung eines umfassenden Restaurierungsgutachtens mit einem Zuschuss von 32.200 Euro.

„Auch als Ruine vermittelt der einstige Adelssitz noch einen guten Eindruck vom Herrschaftsanspruch und Selbstverständnis der einstigen Orts- und Grundherrschaft“, betont Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Der nachweislich früheste Renaissancebau des Kraichgaus ist seitdem in Familienbesitz und besitzt mit seinen mehrstöckig aufragenden Mauerresten nach wie vor einen Identifikationsfaktor für die Bevölkerung.“

In den Jahren 1996 und 1999 hat die Denkmalstiftung bereits Sicherungs- und Instandhaltungsarbeiten an der Ruine der dreiflügeligen Renaissanceanlage bezuschusst. Jetzt geht es darum zu untersuchen, wie die gesicherten und alle noch ungesicherten Gebäudeteile weiterhin erhalten und eventuell sogar genutzt werden können. „Dem Eigentümer schwebt vor, die Ruine insgesamt wieder begehbar und öffentlich nutzbar zu machen“, ergänzt Stefan Köhler.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 10 Projekte unterstützt die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr, zahlreiche weitere werden folgen.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1.600 Vorhaben mit annähernd 64 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Stefan Köhler, Denkmalstiftung