Schindelschirm soll erhalten bleiben: Denkmalstiftung fördert Sanierung eines ehemaligen Gasthauses in Straubenhardt-Feldrennach

Artikel eingestellt am 29. Oktober 2020

Stuttgart/Straubenhardt-Feldrennach – Als Gasthaus mit Metzgerei ist es um 1900 herum erbaut worden, inzwischen dient das stattliche Gebäude an der Ottenhäuser Straße in Straubenhardt-Feldrennach als Wohnhaus und Werkstatt. Jetzt steht eine Erneuerung des gealterten und teilweise beschädigten Schindelschirms am oberen Teil der Fassade an. Die privaten Eigentümer erhalten dafür 20.000 Euro von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg.

„Eine Schindelverkleidung wie diese ist typisch für ein Schwarzwald-Gebäude“, betont Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Als Zeugnis Schwarzwälder Bautraditionen und Handwerkskunst ist sie zudem von dokumentarischem Wert. Ich freue mich deshalb sehr, dass sich die privaten Eigentümer hier für eine denkmalgerechte Instandsetzung engagieren.“

In seiner Architektur vereint das ehemalige Gasthaus „Zum Hirsch“ Elemente, die um die Wende zum 20. Jahrhundert deutschlandweit in Mode waren – etwa in der Fassadengliederung, bei der Dachform oder in Form der großformatigen, sandsteingerahmten Korbbogenfenster im Erdgeschoss – mit regionaltypischen Merkmalen. Dazu gehört die aufwendige Verkleidung der Fassade im ersten Stock und dem Dachgeschoss mit kleinformatigen, hell gestrichenen Holzschindeln.

Bei der anstehenden Außensanierung soll die Schindelfassade erneuert werden und ihre Unterkonstruktion eine Dämmung erhalten. Darüber hinaus sind Instandsetzungen am Dach, Malerarbeiten an der Fassade, der Einbau neuer Fenster im zweiten Obergeschoss und die Überarbeitung von Klappläden geplant.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 48 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.
Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: J. Andratschke, Straubenhardt