Stuckdecken und Türen werden instandgesetzt: Denkmalstiftung fördert weitere Arbeiten am Schloss Nordstetten

Artikel eingestellt am 18. November 2020

Stuttgart/Horb-Nordstetten – Bereits mehrfach hat die Denkmalstiftung Baden-Württemberg in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten Restaurierungsarbeiten am Schloss in Horb-Nordstetten gefördert – zunächst statische Sicherungen an Fundament und Gewölbe, dann Instandsetzungen an den Außenwänden und der Fassade. Jetzt unterstützt die Denkmalstiftung auch die Sanierung von Stuckdecken und Türen im Inneren mit einem Zuschuss von 26.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„Immer wieder treibt der rege Förderverein Nordstetter Schloss die Instandhaltung dieses wirklich ortsbildprägenden Gebäudes voran“, lobt Prof. Dr. Rainer Prewo, Vorstandsvorsitzender der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Mittlerweile richtet sich der Blick nach Innen, insbesondere auf die in der Region einmaligen Stuckdecken im Bandelwerkstil. Jetzt, wo die Stabilität des Gebäudes gesichert ist, liegt das Augenmerk darauf, die entstandenen Risse zu beseitigen und die herausragende Ausstattung aus der Bauzeit wiederherzustellen.“

Neben den Decken zählt dazu auch der bemerkenswerte Bestand an barocken Eichentüren. Viele von ihnen sind allerdings kaum mehr funktionstüchtig oder gar schon auseinandergefallen. Auch sie sollen fachkundig instandgesetzt werden und das 280 Jahre alte Gebäude als Kulturdenkmal weiter aufwerten.

Und noch eine weitere Besonderheit wird in die Sanierung einbezogen: Der spätgotische Wehrturm an der Nordostecke des rechteckigen Schlossgebäudes beherbergt eine ehemalige Mikwe, ein jüdisches Tauchbad zur rituellen Reinigung, das als landesweit einmalig gilt. An diesem Eckturm soll das Dach instandgesetzt werden.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 48 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.

Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Seit 50 Jahren fließen diese Gelder in Projekte, von denen die Allgemeinheit profitiert. Für die Denkmalstiftung Baden-Württemberg beliefen sich diese 2019 auf eine knappe Million Euro. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg trotz dieser Unterstützung mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Stadt Horb a.N.