Stuckdecken zuerst: Denkmalstiftung fördert Restaurierungen in der St.-Blasius-Kirche in Ehingen

Artikel eingestellt am 14. Dezember 2020

Stuttgart/Ehingen – Als sich vor zwei Jahren kurz vor Weihnachten Putzteile von der Decke lösten, wurde der Restaurierungsbedarf von St. Blasius offensichtlich. Seither ist die katholische Stadtpfarrkirche von Ehingen an der Donau gesperrt. Die umfangreichen Restaurierungsarbeiten dürften wohl mehrere Jahre in Anspruch werden. Für den ersten Bauabschnitt mit Sanierung der Stuckdecken steuert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg einen Zuschuss von 50.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale bei.

„St. Blasius ist eine der größten und am reichhaltigsten ausgestatteten Barockkirchen Oberschwabens“, erinnert Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, an die herausragende Bedeutung der Kirche. Weithin sichtbar auf einem Felsplateau am Nordrand der Oberstadt von Ehingen gelegen, reichen ihre Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurück. Das ursprünglich spätgotische Schiff wurde im 17. und 18. Jahrhundert im Barockstil umgebaut. Dabei erhielt es auch seine zahlreichen, teilweise monumentalen Fresken und Stuckverzierungen.

„Die künstlerische wie auch die stadtgeschichtliche Bedeutung dieser Kirche sind ganz erheblich“, unterstreicht Rothemund. „Umso wichtiger ist ihre Restaurierung, die wir als Denkmalstiftung gerne unterstützen.“ Allein die Deckengemälde nicht zu erhalten, wäre ein riesiger Verlust.

In einem ersten Sanierungsabschnitt sollen Decken und Wände so gesichert werden, dass weitere Ablösungen von Putzflächen mit historischen Malereien vermieden werden. „Für die restauratorischen Maßnahmen sind besondere Fachkenntnisse und Erfahrungen erforderlich“, ergänzt Rothemund. Später soll dann in einem weiteren Abschnitt die gesamte Ausstattung der Kirche mit in die Sanierung einbezogen werden.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 48 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.

Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Katholisches Verwaltungszentrum Ehingen