Stuttgart/Wangen-Niederwangen – Das Dach ist stabilisiert und wieder gedeckt, Wände und Böden sind getrocknet und das Kreuz im Chor wurde restauriert: Im Oktober ist die Sanierung der Kapelle auf dem Kalvarienberg, Wahrzeichen von Niederwangen, mit einem Festgottesdienst abgeschlossen worden. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt sie nun zum Denkmal des Monats Februar.
Seit 1709, so besagt die Überlieferung, wird an dieser Stelle der Kreuzigung auf dem Berg Golgatha gedacht. Eine ursprünglich hölzerne Kapelle wurde 1824 durch einen Steinbau ersetzt. Heute bildet dieser den Chorraum der Kalvarienbergkapelle, 1923 wurde das Langhaus mit seinem Glockentürmchen angebaut. Ein Kreuzweg, ein Missionskreuz und eine Herz-Jesu-Grotte vervollständigen das Ensemble.
Die Kapelle auf dem Hügel am Ortsrand ist seit drei Generationen in Privatbesitz, 1919 erwarb die Eigentümerfamilie sie zusammen mit einem benachbarten Hof. Seither kümmert sie sich in Eigenregie um den Erhalt des denkmalgeschützten Baus. Zur Sanierung hat auch der Heimatverein Niederwangen mit Spenden und Arbeitsleistung in erheblichem Umfang beigetragen. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die Arbeiten mit einem Zuschuss von 15.000 Euro unterstützt.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 29 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts im vergangenen Jahr unterstützt.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.750 Vorhaben mit rund 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: Berthold Riether