Unterstützung für Wiederaufbau nach Abrutsch: Denkmalstiftung fördert Instandsetzung der Stützmauer am Dekanat in Wertheim

Artikel eingestellt am 13. November 2020

Stuttgart/Wertheim – Die ersten Gespräche über die Sanierung waren schon geführt worden, dann kamen vermutlich Naturgewalten dazwischen: Nach starken Regenfällen rutschte im vergangenen Dezember ein größerer Teil der acht Meter hohen Natursteinmauer beim ehemaligen Dekanat in der Wertheimer Altstadt ab und stürzte hinter der evangelischen Stiftskirche auf die Straße. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt den privaten Eigentümer jetzt bei Wiederaufbau und Instandsetzung mit einem Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„Die mittelalterliche Kernstadt Wertheims ist hervorragend erhalten“, unterstreicht Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Als idealtypisches Beispiel einer Burgsiedlung steht sie deshalb in Gänze unter Denkmalschutz.“ Auch die jetzt teilweise eingestürzte Stützmauer entlang der Pfarrgasse ist Teil des Altstadt-Ensembles. Mit ihr wurde vor mehr als 200 Jahren der Geländesprung zum Burgberg hin abgestützt, auf dem das Dekanat gebaut worden ist.

„Diese Mauer ist ein prägender Teil der Altstadt“, so der Geschäftsführer weiter. „Wir begrüßen deshalb sehr, dass sie im bisherigen Erscheinungsbild wieder aufgebaut und insgesamt instandgesetzt wird.“ Bereits jetzt ist der abgerutschte Hang mit Felsankern gesichert worden. Für den Wiederaufbau der Natursteinmauer sollen erneut die bisherigen regionaltypischen Buntsandsteinquader verwendet werden. Neben der möglichst originalgetreuen Wiederherstellung steht auch die statische Sicherung des gesamten historischen Mauerzugs im Fokus der Arbeiten.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 48 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr unterstützt. Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.500 Vorhaben gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen.

Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stif-tungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Seit 50 Jahren fließen diese Gelder in Projekte, von denen die Allgemeinheit profitiert. Für die Denkmalstiftung Baden-Württemberg beliefen sich diese 2019 auf eine knappe Million Euro. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg trotz dieser Unterstützung mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Ch. Freudenberger, Wertheim