Verwitterung stoppen: Denkmalstiftung fördert Restaurierung des Keßlerkreuzes bei Nagold-Gündringen

Artikel eingestellt am 2. Dezember 2021

Stuttgart/Nagold-Gündringen – Weithin sichtbar an einem Hang oberhalb der Landstraße steht bei Nagold-Gündringen das sogenannte Keßlerkreuz – ein ungewöhnlich großes Wegekreuz aus Buntsandstein aus dem Jahr 1904. Benannt ist es nach seinen Stiftern, dem damaligen Gutspächter Franz Xaver Keßler und seiner Ehefrau. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg fördert jetzt seine Restaurierung mit einem Zuschuss von 3.900 Euro.

„Das Keßlerkreuz ist über drei Meter hoch und eine imposante Erscheinung“, unterstreicht Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Das stilistisch Interessante und Besondere an ihm ist allerdings seine Formensprache.“ Mit geschweiften Bogenformen am hochrechteckigen Aufsatz werden byzantinische Elemente aufgegriffen – „eine Ausprägung der Orientmode, die Anfang des 20. Jahrhunderts offenbar auch in ländlichen Gebieten Baden-Württemberg aufgegriffen wurde“, erklärt Rothemund.

Das Steinkreuz selbst mit seinen Kleeblatt-Enden, aber auch die gesamte Basis zeigen deutliche Verwitterungsspuren. Nach einer Reinigung sollen daher der Buntsandstein gesichert, Fehlstellen gekittet und einzelne Bereich verfestigt werden. Dabei gilt es, auch die Inschriften zu restaurieren: Neben zwei Jesu-Zitaten und den Monogrammen der vier Evangelisten weist das Kreuz einen Hinweis auf die Stifter und die Jahreszahl 1904 auf.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 27 Projekte unterstützt die Stiftung bürgerlichen Rechts bereits in diesem Jahr, zahlreiche weitere werden folgen.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie über 1.600 Vorhaben mit annähernd 64 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

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