Stuttgart/Ludwigsburg – Das ehemalige Wasch- und Backhaus auf der Ludwigsburger Karlshöhe ist eines der vier Gründungsgebäude der Evangelischen Brüder- und Kinderanstalt aus dem Jahr 1876. Es ist in einem reparaturbedürftigen Zustand: Dächer, Fassaden und Fenster müssen instandgesetzt werden. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die Stiftung Karlshöhe Ludwigsburg als Eigentümerin dabei mit einem Zuschuss von 25.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.
„Vier Gebäude um einen Hof herum – das ist eine Konstellation, die Gemeinschaft ausdrückt“, unterstreicht Ministerialrätin Annika Ahrens, Vorstandsmitglied der Denkmalstiftung Baden-Württemberg bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags vor Ort. „Trotz wiederholter An- und Umbauten sind hier der ursprüngliche Charakter erhalten und die Funktion ablesbar geblieben.“ Ihr Beitrag zur Bau-, Städtebau- und Sozialgeschichte machten die Gebäude der früheren Betreuungseinrichtung zusätzlich erhaltenswert, so Ahrens weiter.
Das Waschhaus an der Nordseite des Hofes ist ein zweistöckiger Ziegelbau mit Satteldach, hinter dem das Backhaus angebaut ist. Seine Fassade enthält typische Zierformen ihrer Zeit, etwa das sogenannte Deutsche Band – Ziegelreihen, die mit der Kante nach vorne gemauert sind und Sägezähnen gleichen.
Um weitere Schäden abzuwenden und das Gebäude langfristig zu sichern, sind Reparaturen am Dachwerk und an den Außenfassaden notwendig. Insbesondere die Ziegelsteinflächen mit ihrem Fugennetz, den Fenster- und Sockelgesimsen müssen überprüft, überarbeitet und konserviert werden. Auch die Dachrinnen mit ihren Fallrohren sowie die Giebelfenster werden erneuert bzw. restauriert.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. 29 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts im vergangenen Jahr unterstützt.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.750 Vorhaben mit rund 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmal-schutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
Foto: Marie Schneider, Esslingen