Stuttgart/Bühl-Neusatz – Nach einem umfangreichen Wasserschaden hat es drei Jahre gedauert, um die katholische Pfarrkirche St. Karl Borromäus im Bühler Stadtteil Neusatz wieder instandzusetzen. Neben einer Sanierung und neuen Abdichtung von außen fand auch im Innenraum eine Generalüberholung statt, um die wertvollen Gemälde und Ausstattungsgegenstände zu restaurieren. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernennt St. Karl Borromäus zum Denkmal des Monats Oktober.
Über Jahre hinweg hatten zu klein dimensionierte und falsch installierte Dachrinnen dafür gesorgt, dass Wasser ins Mauerwerk eindringen konnte. Insbesondere Wand- und Deckenmalereien hatten bereits angefangen, Schaden zu nehmen – umso schlimmer, als die dreischiffige Neusatzer Kirche mit ihrem seitlich platzierten Fassadenturm als eine der bedeutendsten badischen Jugendstilkirchen gilt. Sie entstand zwischen 1911 und 1913 nach Plänen des Karlsruher Kirchenbaumeisters Johannes Schroth. Ihre künstlerische Ausgestaltung, insbesondere Decken- und Chorbogengemälde sowie die beiden Altare, stammen ausnahmslos von namhaften Künstlern ihrer Zeit.
In einem Kraftakt ist es der Kirchengemeinde gelungen, die aufwändigen Arbeiten zu finanzieren. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die Arbeiten an St. Karl Borromäus mit einem Zuschuss von 80.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale gefördert. Dabei wurden nicht nur sämtliche Dachrinnen, Abläufe und Kehlbleche neu installiert, sondern auch das Dach mit über 50.000 Biberschwanzziegeln neu gedeckt. Im komplett eingerüsteten Innenraum gingen anschließend die Restauratoren zu Werk. Im Juli 2024 wurde die Kirche schließlich wiedereröffnet.
Denkmalstiftung Baden-Württemberg
Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.
Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.
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