Stuttgart/Isny-Rohrdorf – Im Weiler Krummen, unweit von Isny-Rohrdorf gelegen, hielt Mitte des 17. Jahrhunderts die Glasbläserei Einzug. Als Zeichen der Frömmigkeit errichtete die örtliche Glasmacherfamilie Schmid 1678 eine kleine Kapelle. Deren Innenraum und die enthaltenen Figuren sind nun umfassend restauriert worden, auch außen fanden Überarbeitungen statt. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die privaten Eigentümer mit einem Zuschuss von 5.000 Euro aus dem Kleindenkmalfonds.

„Die Kapelle zeugt von einer tief verwurzelten Religiosität nicht nur der damaligen Glasmacher, sondern auch der nachfolgenden Bewohner des Weilers im Eschachtal“, unterstreicht Dr. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Zugleich ist sie ein regionaltypisches Element dieser katholisch geprägten Kulturlandschaft rund um Isny. Als Kulturdenkmal besitzt sie kirchen- und glaubensgeschichtlichen sowie bau- und kunstgeschichtlichen Quellenwert.“

Die Hofkapelle ist ein kleiner Rechteckbau aus sichtbarem Fachwerk, auf dem Satteldach thront ein offener Dachreiter. Sie ist der schmerzhaften Gottesmutter geweiht und enthält eine bemerkenswert hochwertige Ausstattung. Im Mittelpunkt steht ein Altar des Rokokobildhauers Konrad Hegenauer von 1778, auch die Pietà wird dem Künstler zugeschrieben.

Bei der Restaurierung wurden jetzt sowohl der Altar und die Heiligenfiguren als auch der gesamte Innenraum gereinigt und instandgesetzt – darunter auch das Deckenbild der Heiligen Dreifaltigkeit, der Putz und das Gestühl. Beschriftungen wurden wiederhergestellt, Verzierungen innen wie außen erneuert und die Turmspitze neu vergoldet. Darüber hinaus wurde die Kapelle mit Fenstergittern und einer schmiedeeisernen Eingangstür gesichert.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

Foto: Anton Schad