tuttgart/Rottweil – Das Alte Spital im Herzen Rottweils blickt auf mindestens acht Jahrhunderte bewegter Geschichte zurück. In dieser Zeit wurde das Gebäude überwiegend als Krankenhaus, aber auch als Seniorenheim und Flüchtlingsunterkunft genutzt – jetzt wird es ein Hotel. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt dabei die Dachsanierung mit einem Zuschuss von 50.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„In der Stadtgeschichte von Rottweil nimmt dieses Kulturdenkmal eine herausragende Bedeutung ein“, betont Roland Bürkle, Vorstandsvorsitzender der Denkmalstiftung Baden-Württemberg bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags vor Ort. „Dass es nun im Hinblick auf die Landesgartenschau 2028 zum größten Hotel am Ort umgebaut wird, verlangt nicht nur handwerkliches Können, sondern auch unternehmerischen Mut, der unterstützenswert ist.“

Seine heutige Form und Größe erhielt das „Spital zum Heiligen Geist“ wohl in den 1570er-Jahren. Damals wurde das Gebäude am unteren Ende der Rottweiler Hauptstraße auf drei massiv gemauerte Geschosse aufgestockt und das große Satteldach aufgeschlagen. Die Fichten dafür wurden im Winter 1575/76 gefällt, der Umbau offenbar 1577 vollendet – eine Jahreszahl, die sich gleich zwei Mal als Inschrift am Gebäude findet. Der Dachstuhl ist heute der größte seiner Art, der in Rottweil noch erhalten ist.

Unter Denkmalschutzgesichtspunkten gilt vor allem dieses Dach als erhaltenswert, während sich im Inneren kaum noch historische Oberflächen finden. An mehreren Stellen ist allerdings bereits Wasser eingedrungen und hat das Tragwerk in Mitleidenschaft gezogen. Beschädigte Stellen am Holz müssen nun instandgesetzt und das Dach anschließend neu eingedeckt werden. Dazu sollen die historischen Ziegel wiederverwendet beziehungsweise durch Nachbildungen ergänzt werden.

„Das Alte Spital gehört seit Jahrhunderten zum historischen Stadtbild Rottweils. Umso schöner ist es, dass das lange leer stehende Gebäude nun erhalten bleibt und hoffentlich schon bald von vielen Menschen genutzt werden kann. Mit 50.000 Euro aus Mitteln der GlücksSpirale unterstützen wir die dringend notwendige Ertüchtigung des historischen Dachstuhls und tragen dazu bei, das Denkmal für die Zukunft zu sichern“, sagt Marina Roßmann, Regionaldirektorin von Lotto Baden-Württemberg.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

GlücksSpirale: Denkmalschutz profitiert

Die GlücksSpirale von Lotto Baden-Württemberg bietet bei den Ziehungen jeden Samstag die Chance auf einen Spitzengewinn in Höhe von 2,4 Millionen Euro (theor. Chance ca. 1:10 Mio.). Mit den Erträgen aus der Lotterie werden in Baden-Württemberg Projekte aus den Bereichen Sport, Soziales, Natur- und Umweltschutz sowie dem Denkmalschutz unterstützt. Davon profitiert auch die Denkmalstiftung Baden-Württemberg, die jährlich rund eine Million Euro erhält.

Foto: Martin Stockburger, Rottweil