Stuttgart/Heilbronn-Klingenberg – Deutlich stärker geschädigt als erwartet zeigt sich das Dach der evangelischen Kirche im Heilbronner Stadtteil Klingenberg nach einer gründlichen Bestandsaufnahme. Die ursprünglich angedachte Innensanierung wird deshalb auf einen zweiten Bauabschnitt verschoben. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die Dachsanierung mit einem Zuschuss von 45.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„Seit fast 100 Jahren ist die Kirche von Klingenberg als Denkmal erfasst, imposant am Hang gelegen mit Blick übers Neckartal ist sie jedoch schon immer“, betont Ministerialrätin Annika Ahrens, Vorstandsmitglied der Denkmalstiftung Baden-Württemberg bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags vor Ort. „Damit sich die Schäden durch das undichte Dach nicht auf das gesamte Bauwerk ausweiten, unterstützen wir die Kirchengemeinde Böckingen-Klingenberg hier gern.“

Der Kirchenbau mit Dachreiter weist in seinem Kern noch spätgotische Anteile auf. Dazu zählen etwa die Ansätze eines Kreuzgewölbes im ehemals quadratischen Chorraum. Im Türsturz der Sakristei findet sich die Jahreszahl 1508 neben dem Wappen der damaligen Ortsherrschaft, der Herren von Neipperg. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde mehrfach umgebaut, etwa das Langhaus vergrößert, der Dachreiter erneuert sowie das Innere neu ausgestattet.

Um das undichte Dach zu sanieren, müssen schadhafte Balken ausgetauscht, die Schieferdeckung erneuert und neue Blechanschlüsse angebracht werden. Vor allem im Bereich des Fachwerk-Dachreiters muss das Gebälk stabilisiert werden. Vielfach sind Löcher von Insektenbefall erkennbar. Auch an der Fassade sind Ausbesserungen notwendig.

„Denkmalschutz gelingt dort besonders gut, wo Menschen gemeinsam Verantwortung für unser kulturelles Erbe übernehmen und sich für den Erhalt einsetzen. Die Evangelische Kirchengemeinde Böckingen-Klingenberg engagiert sich mit großem Einsatz für den Erhalt des spätgotischen Sakralbaus. Die Gelder aus der GlücksSpirale machen es nun möglich, dass die Dachkonstruktion des Kirchenschiffes repariert werden kann“, sagt Christoph Grüber, Regionaldirektor von Lotto Baden-Württemberg.

Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Nach ihrem Motto „Bürger retten Denkmale“ fördert die Denkmalstiftung Baden-Württemberg seit nunmehr über 40 Jahren insbesondere private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. Über 30 Projekte hat die Stiftung bürgerlichen Rechts in diesem Jahr bereits unterstützt, weitere Anträge liegen vor.

Seit ihrer Gründung 1985 hat sie weit über 1.700 Vorhaben mit mehr als 71 Millionen Euro gefördert, um Baudenkmale vor dem Verfall zu retten. Zwei Drittel davon waren Anträge von Privaten, Fördervereinen und Bürgerinitiativen. Möglich war dies, weil sie neben den Erträgen aus dem Stiftungskapital auch erhebliche Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale erhält. Für die Förderung und die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz bleibt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg aber mehr denn je auf großzügige Spenden angewiesen.

GlücksSpirale: Denkmalschutz profitiert

Die GlücksSpirale von Lotto Baden-Württemberg bietet bei den Ziehungen jeden Samstag die Chance auf einen Spitzengewinn in Höhe von 2,4 Millionen Euro (theor. Chance ca. 1:10 Mio.). Mit den Erträgen aus der Lotterie werden in Baden-Württemberg Projekte aus den Bereichen Sport, Soziales, Natur- und Umweltschutz sowie dem Denkmalschutz unterstützt. Davon profitiert auch die Denkmalstiftung Baden-Württemberg, die jährlich rund eine Million Euro erhält.

Foto: Thilo Juhnke-Wild, Neckarsulm