Fries

Er gehört, von der Antike bis zum Jugendstil, zu den gängigsten und ausgeprägtesten Schmuckformen der Baukunst. Wie Feston und Girlande findet er sich sowohl gemalt wie auch als Gipsoder Steinrelief und hat eine die Horizontale betonende, waagrechte Bandform.

Die Literatur nennt etwa 30 oft recht verschiedene Ausprägungen, reich ornamentierte wie Akanthus-, Palmetten- und Figurenfries oder auch Flechtband- und Blattwerkfries, die schon deutlich an das Figurenwerk des Jugendstils erinnern. Geometrische Formen sind allerdings die häufigsten: Mäander-, Rauten-, Würfel-, Rollen-, Schuppen-, Zickzack-, Zinnen-, Scheiben-, Kegel-, Platten-, Sägezahn-, Zahn- und Rundbogenfries. Wobei die letzten beiden ganz wesentlich Zierelemente speziell des romanischen Kirchenbaus sind, beispielhaft zu sehen an den Außenfassaden von Murrhardts Walterichskapelle, Faurndaus Pfarrkirche oder Schwäbisch Gmünds St. Johannis auf unserem Bild, wo sich auf einem südlichen Seitenportal gleich vier Friesformen übereinander erkennen lassen: Blattwerkfries, Variante des Flechtwerkoder Zopffrieses, Sägezahnfries und Rundbogenfries mit Reliefs.

Beim Rundbogenfries lehnt sich Halbbogen an Halbbogen. Er ist ein klares und einfaches dekoratives Element und umrahmt auch oft, wie eben in Schwäbisch Gmünd, Figurenwerk. Tangieren sich die Halbbögen nicht nur, sondern durchkreuzen einander, ergibt sich der Kreuzbogenfries. Zu den Friesformen, die im Historismus die Hausfassaden verlebendigen, gehört das „Deutsche Band“, bei dem die Backsteine um 45 Grad gedreht werden, wodurch eine Art waagrechtes Sägezahnmuster entsteht. Ein anderes beliebtes Motiv aus dieser späthistoristischen Epoche ist der Zinnenfries, der sich oft unter dem gesamten Dachtrauf entlangziehen kann.

(Denkmalstimme_1_2008)

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