Park

Denkmalstiftung Denkmalwissen ParkOb französischer Barock-, englischer Landschafts- oder Volkspark – ein Park ist eine gestaltete Grünfläche, die der Erholung und dem ästhetischen Genuss dient. Ursprünglich war das eine adlige Angelegenheit. Versailles, Prototyp des französischen Parks, war ein künstliches, von Menschen geschaffenes und gestaltetes Gebilde. Natur ist hier mit zentralen Sichtachsen und geometrischer Gliederung Teil der architektonischen Gesamtkomposition und bis auf den letzten sauber geschnittenen Buchsbaum gezähmt.

Den empfindsamen Seelen des späten 18. Jhs. sagte solch förmliche Strenge nicht mehr zu: Man entwickelte den englischen Landschaftspark entsprechend der Vorstellung einer idealisierten Natur. Ein Park dürfe nur den Charakter der freien Landschaft haben, fand Fürst Hermann von Pückler-Muskau. Baumverteilung, Farbenmischung, Blumen sollten so zufällig wirken, als ob es keiner menschlichen Hand bedurft hätte, dieses perfekte Bild zu schaffen. Der Park als Kunstwerk, einem Gemälde nachempfunden.

Dann entdeckte das Bürgertum der Städte den Sonntagsspaziergang als Freizeitausgleich und den Park als Erholungsraum. Statt künstlicher Ruinen und Tempelchen baute man nun einen Pavillon für die Blaskapelle, einen Teich, auf dem zukünftige Marinekadetten ihre Modellboote fahren lassen konnten, und legte eine Rasenfläche für die körperliche Ertüchtigung an.

Heute sind Parks ein Gegenpol zu Lärm, Enge und Hektik der Städte; ihre Gestaltung folgt der Funktion als Begegnungs-, Sport- und Erholungsraum. Zunehmend bilden sie auch wertvolle ökologische Nischen. Was im Park wächst und blüht bietet allem, was dort summt und brummt, Heimat und Nahrung.

Ein Park kann also Vieles sein – außer einem Garten. Denn bei diesem ist der Weg das Ziel: Man erholt sich, während man ihn pflegt. Der Park hingegen wird offen gestaltet, damit andere sich dort erholen können.

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