Palmette

Denkmalwissen Baukunst Palmette Fächerförmig ausgebreitete, stilisierte, längliche Blätter, die sich symmetrisch zu den Seiten hin verkürzen: die Palmette, das „Palmbäumchen“, ist ein klassisches Schmuckmotiv und gehört neben dem Akanthus zu den häufigsten stilisierten Pflanzenmotiven. Seit über 4.000 Jahren ziert sie Fassaden, Wände und Gegenstände aller Art. Schon Assyrer, Ägypter, Babylonier und Minoer verwendeten dieses der Fächerpalme nachempfundene Motiv und sahen darin einen Lebensbaum.

In der griechischen Antike ist die Palmette das beliebteste Ornament neben dem Mäander. Seither erfreut sich die Palmette in all jenen Stilepochen größter Beliebtheit, die sich der griechischen Antike seelenverwandt fühlen: in der Romanik, der Renaissance, dem Klassizismus und dem Historismus. Als Napoleon von seinem Ägyptenfeldzug zurückkehrte und zahlreiche Kunstgegenstände mit nach Europa brachte, zierten Palmetten vor allem die Möbel von Empire und Biedermeier.

Eine Palmette kommt übrigens selten allein: Aufgrund ihrer strengen Symmetrie eignet sie sich ganz hervorragend für eine lineare Anordnung in einem gleichbleibenden Rhythmus. Deshalb ist seit der Antike auch der Palmettenfries ein viel genutztes Dekorationselement. Ihre häufige Verwendung hat der Palmette nicht geschadet. Sie bleibt so klassisch, zeitlos und elegant, dass sie auch heute noch einer Prinzessin würdig ist: Königin Silvia und König Carl Gustav von Schweden schenkten ihrer Schwiegertochter Sofia zur Hochzeit eine diamantenbesetzte Palmetten-Tiara. (bach)

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